Ein gesunder Huf ist das Ziel jedes PferdebesitzerIn (AdobeStock_145393993)
Weidegras mit einem zu hohen Gehalt an Fruktane kann Huferehe verursachen (© Nadine Haase – stock.adobe.com).
Eine zu stärkereiche Fütterung ist eine der Hauptursachen fütterungsbedingter Hufrehe (© Deutsche Tiernahrung Cremer).

Hufrehe beeinträchtigt die Hufgesundheit des Pferdes nachhaltig. Erfahrungsgemäß führt die Erkrankung dazu, dass Pferde zeitweise nicht mehr belastbar sind. Lässt sich ein Ausbruch nicht verhindern, müssen Pferdehalter*innen durch schnelles Handeln eingreifen. Denn: Bereits innerhalb von 72 Stunden kann die Hufrehe einen chronischen Verlauf annehmen. In der Folge können wiederkehrende Krankheitsausbrüche – sogenannte Reheschübe – auftreten, die das Wohl der Pferde beinträchtigen und bei schwerwiegenden Verläufen gar den Tod der Tiere zur Folge haben können. Bei der Behandlung under Vorbeugung der Erkrankung spielt eine Anpassung der Fütterung eine Schlüsselrolle.

Die Hufrehe des Pferdes – eine besonders schmerzhafte Erkrankung

Die Hufrehe (Laminitis; ethymonologisch „Räh“; syn. steif) ist eine diffuse Entzündung der Huflederhaut und gehört zu den schmerzhaftesten Krankheiten des Pferdes. Bei Pferden mit Hufrehe entzündet sich die Verbindungsschicht zwischen äußerer Hornkapsel und dem inneren Knochen – dem sogenannten Hufbein. Die daraus entstehende Schwellung in der Hornkapsel sorgt für eine Störung der Blutzirkulation des Hufgewebes. Dies verursacht mitunter massive Schmerzen bei betroffenen Pferden. Bei besonders schweren Verläufen kann der durch die Hufrehe zerstörte Aufhängeapparat das Hufbein nicht mehr halten. In der Folge senkt sich das Hufbein im Huf ab und rotiert. Im schlimmsten Fall löst sich die gesamte Hufkapsel von der Lederhaut und fällt ab. Dies wird auch als „Ausschuhen“ bezeichnet.

Die Darstellung zeigt einen normalen, gesunden Huf (© Deutsche Tiernahrung Cremer).
Die Darstellung zeigt einen normalen, gesunden Huf (© Deutsche Tiernahrung Cremer).
Huferehe beginnt zunächst unscheinbar mit einer Absenkung des Hufbeins ((C) Deutsche Tiernahrung Cremer).
Huferehe beginnt zunächst unscheinbar mit einer Absenkung des Hufbeins ((C) Deutsche Tiernahrung Cremer).
Im fortgeschrittenen Stadium kann eine unbehandelte Hufrehe zu einem vollständigen Durchbruch führen ((C) Deutsche Tiernahrung Cremer)
Im fortgeschrittenen Stadium kann eine unbehandelte Hufrehe zu einem vollständigen Durchbruch führen ((C) Deutsche Tiernahrung Cremer)

Hufrehe: Eine Krankheit, viele Ursachen

Einer Hufrehe können viele Ursachen zugrunde liegen. Oft sind falsche Haltung oder eine fehlerhafte Fütterung Grund für einen Ausbruch. Je nach Ursache unterscheidet man verschiedene Arten:

Die Arten der Hufrehe

Futterrehe

In den meisten Fällen ist eine falsche Fütterung Grund für das Auftreten der Hufrehe. Mögliche Auslöser sind beispielsweise Unverträglichkeiten gegen Heulage, Übergewicht, die Aufnahme von Weidegras mit hohem Fruktangehalt, zu große Futtermengen oder die Aufnahme eines Kraftfutters mit hohem Anteil schwerverdaulicher Stärke.

Belastungsrehe

Diese Art der Hufrehe kann entstehen, wenn Pferde viel auf hartem Untergrund traben oder galoppieren. Sie kann aber auch entstehen, wenn eine Fehlstellung eines der Hufe dazu führt, dass der Huf unnatürlich viel belastet wird. Grund hierfür ist mitunter eine angeborene Fehlstellung oder Verformung aufgrund von Hufbearbeitungsfehlern sein.

Geburtsrehe

In manchen Fällen löst sich nach der Geburt des Fohlens die Plazenta nicht richtig ab. Wird sie nicht kurz nach der Geburt von der Stute ausgeschieden kann es zu einer Bildung giftiger Substanzen im Körper kommen. Diese Gifte können die Entzündung der Huflederhaut hervorrufen, die dann zu einer Hufrehe führt.

Vergiftungsrehe

Die Aufnahme von Giftpflanzen (z. B. Wicken, Robinie, Rizinus, Eicheln o. Ä.) kann ebenfalls Hufrehe bedingen. Die Aufnahme der Pflanzen auf ungepflegten Weiden kann eine Störung der Durchblutung der Lederhaut des Hufes verursachen, die dann in einer Rehe mündet.

Hungerrehe

Anders als bei anderen Tierarten, wird im Magen des Pferdes dauerhaft Magensäure produziert. Deshalb ist der Magen-Darm-Trakt von Equiden auf eine regelmäßige Futteraufnahme angewiesen. Erst eine rohfaserreiche Fütterung sorgt dafür, dass die Säure nicht die Magenschleimhäute angreift. Bereits nach einer Nahrungskarenz von vier Stunden, kommt es im Magen zu einem Säureüberschuss, der die Wände des Verdauungstraktes verletzen kann. Durch die beschädigte Magenhaut können anschließend Giftstoffe in den Körper der Pferde gelangen und können anschließend auch die Hufe erreichen.

Sonstige Hufrehearten

Gerät der Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht (z. B. bei einer Stoffwechselerkrankung wie dem Equinen Metabolischen Syndrom [EMS] oder dem Equinen Cushing Syndrom [ECS/PPID]), begünstigt dies auch das Auftreten einer Hufrehe. Auch bestimmte Medikamente (z. B. Cortison-Präparate) stehen in Verdacht Hufrehe auszulösen. Zyklusstörungen der Stute (Dauerrosse oder ausbleibende Rosse), Koliken, Darmentzündungen oder Kreuzverschlag sind weitere, mögliche Ursache für das schmerzhafte Leiden.

Schwerverdauliche Stärke: Hauptursache fütterungsbedingter Hufrehe?

Fütterungsfehler passieren schnell. Deshalb ist die fütterungsbedingte Rehe die häufigste Form der Hufrehe. Unbehandelt können beispielsweise große Mengen an Mais und Gerste zu Fehlgärungen führen. Dies liegt daran, dass das Stärkegerüst beider Futterkomponenten für die Verdauungsenzyme im Dünndarm des Pferdes nur schwer zu „knacken“ ist. So kann es passieren, dass die darin enthaltene Stärke zu großen Teilen unverdaut vom Dünndarm in den dahinterliegenden Blinddarm gelangt. Die dortigen Bakterien zersetzen die Stärke. Dabei entsteht Milchsäure die Bakterienkulturen im Blinddarm abtötet. So entstehen so genannte Endotoxine – Gifte, die die Darmwand des Pferdes schädigen. Eine beschädigte Darmwand verliert jedoch ihre Schutzfunktion und wird durchlässig, sodass die Giftstoffe in den Körper der Pferde gelangen und Entzündungen bzw. Hufrehe verursachen. Aber auch die im frischen Weidegras enthaltenen Fruktane (Speicherkohlenhydrate), die Pferde nicht verdauen können, können Hufrehe auslösen.

Stadien und Symptome: So erkennen Sie Hufrehe

Der Verlauf einer Hufrehe lässt sich in verschiedene Stadien unterteilen. Je nachdem, welches Krankheitsstadium vorliegt, unterscheiden sich die Symptome der Erkrankung.

Stadien der Hufrehe

Prodromalstadium

Das Prodromalstadium beschreibt den Beginn der Erkrankung. Die Krankheit verläuft zunächst latent, das heißt ohne erkennbare Krankheitszeichen. Man bezeichnet das Prodromalstadium auch als Initialstadium oder Vorläuferstadium. Erkennen lässt sich eine Hufrehe beim Pferd in dieser Phase nur durch einen klammen, gebundenen Gang und ein abwechselndes Entlasten der Beine. Zudem werden die Hufe etwas wärmer. Bei einer dünnen Hufsohle reagiert das Pferd auf die Hufabdruckzange. Auch eine leichte bis hochgradige Lahmheit kann im Prodromalstadium der Hufrehe beim Pferd bereits auftreten, was jedoch in jedem Fall anders ist.

Akutes Stadium

Ab dem akuten Stadium können Pferdhalter*innen erste Symptome ausmachen. Tiermediziner*innen bezeichnen das plötzliche Auftreten erster akuter, klinisch erkennbarer Hufrehesymptome auch als „Reheschub“. Hierzu gehören z. B.:

  • Veränderungen der Körperhaltung bzw. Verlagerung des Gewichts (betroffene Pferde schieben die Hinterläufe unter den Köper und den schmerzenden Huf zu entlasten)
  • häufiges Entlasten der Vorderhufe hintereinander (das s. g. „Trippeln“)
  • Veränderungen der Bewegung in Schritt/Trab. Bei diesen Veränderungen unterscheidet man wiederrum vier Schweregrade:
    Grad 1: abwechselndes Heben der Hufe in Ruhe, unauffällige Bewegung im Schritt und steifer Gang im Trab
    Grad 2: williges, aber steifes Gehen im Schritt; Aufheben eines Fußes möglich
    Grad 3: Pferd bewegt sich nur widerwillig; Abwehr bei Versuch einen Fuß aufzuheben
    Grad 4: Vollständige Verweigerung der Bewegung; Laufen ist nur unter Zwang möglich
  • Lahmheit
  • Wendeschmerz (Wendungen sind bei akuter Hufrehe kaum möglich)
  • Puls stärker fühlbar
  • Kronsaumschwellung und -erwärmung (Übergang zwischen Huf und Pferdebein)
  • erhöhte Temperatur der Hornkapsel, diffuse Druckempfindlichkeit bei der Hufzangenuntersuchung, insbesondere im dorsalen Sohlen- und Wandbereich

Chronisches Stadium

Wenn der Reheschub länger als 48 Stunden anhält, spricht man vom chronischen Stadium. Dieses Stadium ist die Fortsetzung des akuten Stadiums und beginnt mit den ersten Anzeichen einer Lageveränderung des Hufbeins in der Hufkapsel (z. B. der Hufbeinrotation). Das chronische Stadium wird unterteilt in ein chronisch aktives, chronisch stabiles und ein chronisches Stadium. Im chronisch stabilen Stadium tritt keine akute Symptomatik mehr auf, während im chronisch aktiven Stadium die akuten Symptome weiterhin bestehen bleiben. Vom chronischen Stadium mit speziellen Komplikationen spricht man, wenn es zu einer Absenkung oder Rotation des Hufbeins gekommen ist.

Sofortmaßnahmen bei akuter Hufrehe: kühlen, kühlen, kühlen!

Mit Kühlung lindern Sie nicht nur die Schmerzen Ihres Pferdes. Sie hemmen zudem aktiv die Entzündung. Stellen Sie den Huf in Eiswasser und geben Sie in regelmäßigen Abständen neues Eis hinzu. Benachrichtigen Sie unverzüglich den*die Tierarzt*ärztin, bevor Sie weitere Maßnahmen ergreifen. Ist der akute Schub überstanden, begeben Sie sich umgehend auf Spurensuche nach den Ursachen der Erkrankung.

Therapie: Was tun gegen Hufrehe?

Die passende Therapie ist von eine rasche Diagnose und anschließenden Beseitigung der zugrundeliegenden Ursache der Hufrehe abhängig. Nur so lässt sich eine fortschreitende Schädigung des Hufs und ein schwerwiegender Verlauf vermeiden. Auch das aktuelle Krankheitsstadium verändert die Wahl der Mittel im Rahmen der Therapie. Stimmen Sie alle Maßnahmen zur Behandlung der Hufrehe prinzipiell mit Ihrem*Ihrer Tierarzt*ärztin ab.

Therapie des akuten Stadiums

Akute Hufrehe - Allgemeine Maßnahmen

Besonders Kälteanwendungen tun dem Pferd bei einer Hufrehe sehr gut. Dazu zählen beispielsweise Eisbäder oder Cool-Pads. Kälteanwendungen werden initial über 2-3 Tage durchgeführt. Um die Hufe bei einer Hufrehe zusätzlich zu schonen, sollte die Einstreu in der Box tief und weich sein. Ganz wichtig ist Boxenruhe für das Pferd, wenn es von Hufrehe betroffen ist.

Macht sich eine Hufrehe beim Pferd bemerkbar, sollte eine sofortige Futterumstellung auf Heu und Stroh erfolgen. Achte jedoch darauf, dass keine Hungerperioden entstehen. Ist die Hufrehe eine Begleiterscheinung einer Stoffwechselerkrankung, sollte auf stärke- und zuckerreduzierte Fütterung umgestellt werden. Hochtragende Stuten benötigen fettreiche Ergänzungsfuttermittel (z. B. deukavallo Leinvital). Bei akuter Hufrehe beim Pferd eignet sich Raufutter mit niedriger Fruktankonzentration (z. B. Haferstroh und abgelagertes Heu) füttern. Haferstroh und abgelagertes Heu eignen sich besonders gut. Folgendes solltest du ebenfalls beachten:

  • Sichere eine bedarfsüberschreitende Zink- (100 mg/100 kg Körpermasse) und Vitamin-E-Zulage (200-400 mg/100 kg Körpermasse) mithilfe von Mineralfuttern über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen
  • Ergänze zudem Leinöl in der Ration (20 ml/100 kg Körpermasse)

Leidet dein Pferd unter Hufrehe, ist es empfehlenswert, zeitnah eine*n Hufschmied*in hinzuzuziehen. Diese*r kann einen Hufverband mit Unterstützung der hinteren Hufhälfte anbringen lassen und ihn eventuell mit Trachtenhochstellung versehen.

Akute Hufrehe - Medikamentöse Maßnahmen

Je nach Krankheitsgrad ist eine medikamentöse Therapie notwendig. Ob dein Pferd bei einer Hufrehe einer schmerzlindernden oder entzündungshemmenden Therapie bedarf, solltest du allerdings zuvor immer mit eine*m Tierarzt*in abklären.

Akute Hufrehe - Orthopädische Maßnahmen

Auch orthopädische Maßnahmen können relevant werden. In manchen Fällen muss bei einer Hufrehe bei Pferden der Beschlag entfernt werden. Vielleicht musst du zusätzlich die Zehennägel ziehen. Bei einer überlangen Zehe ist häufig auch eine Hufkorrektur notwendig. Dies ist jedoch nur der Fall, wenn die Hufpflege zuvor nicht sorgfältig genug betrieben wurde.

Manches Mal ist auch die Unterstützung der hinteren Hufhälfte notwendig. Dies geschieht beispielsweise durch Rehegips oder alternative Maßnahmen mit Strahlunterstützung. Dabei wird die Sohle vor der Strahlspitze freigelassen.

Therapie der chronischen instabilen Hufrehe

Bei einer chronischen Hufrehe bei einem Pferd werden die beschriebenen Maßnahmen des akuten Stadiums so lange fortgesetzt, bis ein chronisch stabiles Stadium erreicht ist.

Therapie der chronisch stabilen Hufrehe

Wie bereits erwähnt, ist eine tiefe und weiche Einstreu bei einer Hufrehe sinnvoll. Das liegt daran, dass sich das Pferd vorwiegend auf weichem Untergrund bewegen sollte. Einen Bewegungszwang gilt es jedoch zu vermeiden. Folgende systemische Maßnahmen wirken ebenfalls gegen eine Hufrehe beim Pferd.

  • restriktive Fütterung, Zink und Biotin nach Bedarf
  • medikamentöse Maßnahmen (Schmerztherapie, Therapie der Grundkrankheit je nach Ursache)
  • Liegt ein Equines Cushing Syndrom (ECS/PPID) vor: Behandlung mit einem Dopaminagonisten

Richtig handeln gegen fütterungsbedingte Hufrehe

Auch bei fütterungsbedingter Hufrehe ist die Therapie von der genauen Ursache der Rehe abhängig. Geht die Rehe mit einer Stoffwechselerkrankung wie zum Beispiel Cushing-Syndrom oder EMS einher? Dann sollten Pferdehalter*innen die Fütterung ihrer Pferde entsprechend anpassen. Ein stärke- und zuckerreduziertes, dafür aber rohfaserreiches Pellet (z. B. deukavallo Top Gastro) oder Müsli (z. B. deukavallo Getreidefrei 21) eignet sich hierfür optimal. Ist die Rehe Folge einer langfristigen Fütterung mit schwerverdaulicher Stärke (z. B. mit unbehandeltem oder nur mäßig behandeltem Mais oder Gerste), sollte sich das Pferd gründliche auskurieren. Die Fütterung sollte im Anschluss daran zusätzlich mithilfe eines besonders verdaulichen Futters mit hohem Stärkeaufschlussgrad erfolgen (z. B. deukavallo Top InForm).

Die Heilungschancen von Hufrehe bei Pferden sind gut – aber…

Die gute Nachricht zuerst: Sie müssen ein an Hufrehe erkranktes Pferd nicht zwangsläufig einschläfern. Bei Früherkennung und zügiger Behandlung ist eine Rehe vergleichsweise gut und relativ schnell heilbar. Dennoch gilt: Die Heilungschancen einer Hufrehe sind von vielen Faktoren abhängig. Hierzu zählen der Grad der Erkrankung, das Alter des Pferdes, mögliche Begleiterscheinungen, der Gangvermögen nach der Erkrankung usw. Sind die Ursachen einer Hufrehe beseitigt, dauert die Genesung – abhängig vom Gesamtzustand der Hufe – einige Tage bis Wochen.

Weidegras mit einem zu hohen Gehalt an Fruktane kann Huferehe verursachen (© Nadine Haase – stock.adobe.com).
Weidegras mit einem zu hohen Gehalt an Fruktane kann Huferehe verursachen (© Nadine Haase – stock.adobe.com).
Eine zu stärkereiche Fütterung ist eine der Hauptursachen fütterungsbedingter Hufrehe (© Deutsche Tiernahrung Cremer).
Eine zu stärkereiche Fütterung ist eine der Hauptursachen fütterungsbedingter Hufrehe (© Deutsche Tiernahrung Cremer).

Prophylaxe und Vorbeugung einer Hufrehe: So geht‘s

Rohfaserreiche Fütterung

Eine Fütterung mit ausreichend Rohfaser bildet die Grundlage, um einer Futterrehe vorzubeugen. Vor allem abgelagertes Heu und Haferstroh bieten sich hierfür an. Wenn Sie Ihr Pferd dennoch auf die Weide stellen möchten, behalten Sie stets im Hinterkopf, dass Weidegras gewissen Temperatur und jahreszeitlichen Schwankungen in Bezug auf den Fruktangehalt unterliegt. So zeigen sich vor allem im August besonders geringe Fruktangehalte im Gras. Frostiges, kaltes und sonniges Wetter hingegen führt demgegenüber zu einer intensiven Fruktaneinlagerung, die wiederrum die Entwicklung einer Hufrehe begünstigen. Prinzipiell führen warme Tage mit bedecktem Himmel zu einer geringen Fruktanspeicherung.Wenn Sie Ihr Pferd nach einem überstandenen Reheschub nach einiger Zeit wieder auf die Weide stellen, eignet sich zunächst überständige Weide, deren Gräser und Pflanzen etwas trockener sind, besser. Magerweiden mit extrem kurzem Gras, sind keine Alternative. Der Grund: Die gestresste Wiese lagert in der kurzen Grasnarbe hohe Fruktanmengen ein. Die Grashalme sollten mehr als zehn cm hoch sein. Eine hundertprozentige Sicherheit, dass Ihr Pferd keine Rehe bekommt, wenn es auf der Weide steht, gibt es jedoch nicht. Daher sind Pferde mit "Rehe-Vorgeschichte" besser auf dem Paddock aufgehoben.

Richtige Futterwahl

Achten Sie bei der Fütterung von Kraftfutter auf einen Stärkeaufschlussgrad seiner Komponenten. Darin enthaltener Mais oder Gerste sollte stets zumindest über einen Flockierungsprozess erhitzt worden sein. Ein weitaus höherer Stärkeaufschlussgrad kann über spezielle Verfahren (z. B. das opticon®-Verfahren) erreicht werden. Entsprechend behandelte Komponenten finden sich beispielsweise in deukavallo Top InForm. Je höher der Stärkeaufschlussgrad, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass unverdaute Stärke in den Dickdarm gelangt und dort Fehlgärungen auslöst, die Huferhe begünstigen. Schließlich sollten Sie häufige Futterwechsel vermeiden. Wenn Sie das Futter umstellen, gehen Sie langsam vor. So vermeiden Sie Übergewicht und beugen so ebenfalls Hufrehe.

Artgerechte Haltung

Die artgerechte Haltung Ihres Pferdes bildet den Grundpfeiler für eine erfolgreiche Hufrehevorsorge. Vermeiden Sie Stress für Ihr Pferd. Achten Sie auf den Zustand der Weide und entfernen Sie mögliche Giftpflanzen und Pilze. Auch eine gute Hufpflege ist wichtig: Prüfen Sie diese auf festsitzende Steinchen, ob etwas abgebrochen ist und das Hufeisen noch fest sitzt. Reinigen Sie die Hufe, indem Sie diese regelmäßig auskratzen und abbürsten.

Fazit: Hufrehe beim Pferd rechtzeitig erkennen, richtig behandeln und vorbeugen

  • Hufrehe ist eine schmerzhafte Erkrankung des Pferdes.
  • Die Erkrankung kann zum Verlust des betroffenen Hufes und – bei schwerwiegenden Verläufen – sogar zum Tod führen.
  • Je nach Ursache unterscheidet man zwischen Futterrehe, Belastungsrehe, Geburtsrehe, Vergiftungsrehe oder Hungerrehe. Futterrehe ist die häufigste Form der Rehe.
  • Die Therapie der Hufrehe richtet sich gehen die zugrundliegenden Ursachen der Rehe. Eine Anpassung der Fütterung ist dabei besonders wichtig. Hierfür eignen sich stärke- und zuckerreduzierte bzw. rohfaserreiche Pellets (z. B. deukavallo Top Gastro).

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wie bekommt ein Pferd Hufrehe?

Hufrehe entsteht in vielen Fällen bei falschen Fütterungs- und Haltungsbedinungen. Die Hufrehe bei Pferden kann ebenfalls eine Begleiterscheinung von anderen Erkrankungen sein.

Was kann man gegen Hufrehe tun?

Bei einer akuten Hufrehe ist immer der Gang zur*m Tierarzt*in zu empfehlen. Das sofortige Kühlen mit Eiswasser ist die erste Notfallmaßnahme.

Warum ist kühlen bei akuter Hufrehe so wichtig?

Durch die Kühlung können die Schmerzen, die durch die Hufrehe verursacht werden, gelindert werden. Zudem ist sie entzündungshemmend.

Wie sind die Heilungschancen von Hufrehe bei Pferden?

Wie schnell und gut die Hufrehe heilt, hängt vom jeweiligen Pferd ab. Auch das Stadium der Hufrehe ist ausschlaggebend.

Kann Hufrehe tödlich sein?

In einigen Fällen kann eine Hufrehe für das Pferd tödlich sein. Dazu zählen chronische Fälle, in denen stetige Schmerzen und starke Hufveränderungen auftreten.

Weiterführende Links

Bildnachweis: © hedgehog94 – stock.adobe.com / © Nadine Haase – stock.adobe.com

Ansprechpartner

Theresa Oesterwind

Theresa Oesterwind

Produktmanagerin Heimtier/Petfood

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