Nachhaltigkeit

Als Mischfutterhersteller verarbeiten wir natürliche Rohstoffe zu nahrhaften Futtern für den tierischen Verzehr. Von der Beschaffung der Rohwaren, über ihre Verarbeitung bis zur Auslieferung fertiger Futtermittel an die Betriebe, durchlaufen unsere Produkte zahlreiche Verarbeitungsschritte. Als nachhaltig agierender Tierfutterproduzent übernehmen wir Verantwortung für die Herstellung unserer Produkte. Wir sind bestrebt, den gesamten Produktionsprozess so effizient, umweltverträglich und klimafreundlich wie möglich zu gestalten. Denn nur so schonen wir Ressourcen und leisten einen aktiven Beitrag zur Gestaltung einer nachhaltigeren Welt.

Was wir für die Herstellung nachhaltiger Futtermittel leisten

Mischfutter bestehen aus exakt aufeinander abgestimmten Komponenten. Die Wahl der Inhaltsstoffe richtet sich dabei nach den Bedürfnissen der Tiere. Zur Sicherung ihrer Versorgung kommen unterschiedliche Produkte zum Einsatz. Einen Großteil der Rohwaren (ca. 80 %), die wir in unseren Futtern verarbeiten, stammt von Landhändler*innen und Landwirt*innen in Deutschland und dem europäischen Ausland.

Soja – Schulterschluss für einen reduzierten und nachhaltigeren Einsatz

Eine wichtige Eiweißquelle einiger Futter ist Soja bzw. das daraus gewonnene Schrot. Der Anbau in Deutschland kann den Bedarf nicht allein decken. Wir beziehen unser Soja daher vor allem aus europäischen und traditionellen Anbaugebieten in Nord- und Südamerika. Wir haben uns als erstes dt. Mischfutterunternehmen dazu verpflichtet unsere Produktion bis zum Jahr 2025 auf die ausschließliche Verwendung nachhaltig zertifizierten Sojaschrotes umzustellen – den Anteil nachhaltig zertifizierten Sojaschrotes in der Produktion steigern wir kontinuierlich.  Bei der Verwendung von brasilianischem Sojaschrot verwenden wir heute schon ausschließlich Ware von Lieferanten, die der „non amazon biome“-Erklärung beigetreten sind. Diese untersagt die Nutzung von Sojabohnen von Flächen, die nach dem Juli 2008 entwaldet wurden. Parallel dazu haben wir den Sojaeinsatz in den vergangenen Jahren um über 40 % reduziert und verwenden alternative Futtermittel wie Sonnenblumen- und Rapsschrot sowie Kleberfutter und Schlempen. So leisten wir unseren Beitrag dazu, die Erschließung zusätzlicher Anbauflächen zu Lasten der Natur zu verringern und die Böden in den Anbauregionen zu entlasten.

Nachhaltiges Palmöl

Für gesunde Tiere und gute Lebensmittel ist die Qualität der im Futter eingesetzten Fette von erheblicher Bedeutung. Je nach Tierart kommen in den von uns hergestellten Futtermitteln unterschiedliche Fette mit unterschiedlichem Fettsäuremuster und Zusammensetzung zum Einsatz. Typische Bestandteile sind Fettsäuren von Raps, Sonne, Mais, Palm und teilweise auch Palmöl. Mit unseren Vorlieferanten haben wir Verträge geschlossen, dass die für uns hergestellten Mischfette ausschließlich Palmfett aus nachhaltig zertifiziertem Anbau beinhalten dürfen. Auf diese Weise tragen wir zur Ausweitung der Produktion von nachhaltigem Palmöl bei.

Regionaler Bezug favorisiert

Über 80 Prozent der von uns verwendeten Rohstoffe stammen vom europäischen Kontinent. Ein Großteil hiervon ist Getreide aus regionalem Anbau, dass wir von Landhändler*innen und Landwirt*innen aus dem gesamten Bundesgebiet erhalten. Die Nähe zu unseren Kunden*innen ist seit jeher von zentraler Bedeutung für unser Unternehmen. Durch die gleichmäßige Verteilung unserer 14 Werke im gesamten Bundesgebiet – von Emden bis Memmingen und von Neuss bis Herzberg – halten wir unsere Transport- und Lieferwege kurz. Das spart Zeit und verringert unnötige Emissionen.

Nutzung klimafreundlicherer Verkehrsmittel

Viele der Werke sind an den Schiffsverkehr und/oder das das Schienennetz angeschlossen. Das erlaubt es uns, Rohstoffe, die regional nicht verfügbar sind und deshalb überregional beschafft werden müssen, mit Hilfe klimafreundlicherer Verkehrsmittel zu beziehen. Wo Auslieferung mit LKW unvermeidlich sind, bemühen wir uns um eine maximale Auslastung aller Fahrzeuge. Dabei achten wir akribisch darauf, Leerfahrten zu vermeiden. Dies alles hilft uns, die CO2-Belastung unserer Futter zu verkleinern.

Vergleich der Emissionen einzelner Verkehrsträger im Güterverkehr (2010), Bundesumweltministerium

Verbesserung der Energieeffizienz und Reduktion von Luftemissionen

Als Unternehmen mit einer modernen, hoch automatisierten Produktion, ist Energieeffizienz für uns ein wichtiges Thema. Um den Energieverbrauch zu reduzieren und so den Ausstoß von Emissionen zu verringern, arbeiten wir mit einem effektiven Energiemanagementsystem. Die Norm ISO 50001, nach der wir bereits seit 2012 zertifiziert sind, verpflichtet uns nicht nur zur Erfassung unsere Energiequellen und unseres Energieverbrauchs, sondern auch zur steten Verbesserung der Energieeffizienz unserer Produktion. Im Zuge der Erreichung der selbst gesteckten Energieziele haben wir zudem folgende Maßnahmen realisiert:

  • Projekt- oder instandhaltungsbedingter Austausch der Elektromotoren in unseren Werken durch moderne Modelle mit dem zum Zeitpunkt des Austauschs höchst verfügbaren Effizienzstandard zur Energie- und Emissionsreduktion.
  • Einbau energieeffizienter Dampfkesselanlagen und Kompressoren mit Wärmerückgewinnungssysteme an allen Standorten.
  • Einhaltung aller gültigen Energieeinsparungsverordnungen im Rahmen notwendiger Veränderungen an unseren Werken.

Einhaltung aller Vorgaben des Bundesimmissionsschutzgesetzes

Durch Einsatz unterschiedlicher Technologien in allen unseren Werken halten wir alle, vom Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) vorgegebenen Richtwerte ein, um Mensch und Umwelt vor schädlichen Einflüssen zu schützen. Das Gesetz mit seinen Verordnungen stellt dabei klare Anforderungen an die Belastung durch verschiedene Emissionen (Lärm, Staub, Geruch). Unter anderem verbessern wir in dem Zuge auch die Luftqualität in unserer Produktion und erleichtern das Arbeiten unserer Mitarbeiter*innen in den Werken.

Innovationssystem MoVe

Zur kontinuierlichen Verbesserung unserer internen Abläufe trägt auch die Pflege unseres Innovationssystems MoVe („Mitarbeiterortientierter Verbesserungsprozess“) bei. MoVe ist ein System zur stetigen Prozessoptimierung in Verwaltung und Produktion. Alle Mitarbeiter*innen können sich in MoVe einbringen und Vorschläge einreichen. Das System hat unter anderem zu folgenden Verbesserungen geführt:

  • Abschaffung von Kunststoff-Inlinern in einer Reihe von Papiersäcken.
  • Reduzierung des Druckluftverbrauchs in allen Werken.
  • Reduzierung Dampfverbrauch (Heilbronn).

Vermeidung von Müll und Plastik

Unsere Kund*innen beziehen unsere Waren zu mehr als 95 Prozent als lose Ware. Diese Futter werden direkt in LKW verladen und an die landwirtschaftlichen Betriebe geliefert. Verpackungsmüll fällt hierbei nicht an. Da unsere Heimtierkund*innen aber oft weniger Tiere versorgen, bieten wir unsere Produkte für Geflügel, Pferde, Kaninchen & Co zusätzlich in Säcken als sogenannte Sackware an. Um die Verpackungen so umweltverträglich wie möglich zu gestalten, verwenden wir dafür fast ausschließlich Papiersäcke.

Logo MoVe

Optimierte Futter zur Gülle- und Emissionsvermeidung

Speziell unsere Kund*innen in der Landwirtschaft halten meist größere Tierbestände. Die Herden legen schmackhafte Eier und geben gesunde Milch, produzieren aber auch Gülle und in gewissem Umfang Emissionen. Durch die stete Optimierung der Rezepturen unserer Futter verbessern wir die Futterverwertung im Magen-Darm-Trakt der Tiere. Je besser Rinder, Schweine und Geflügel die Bestandteile des Futters aufnehmen können, desto weniger Abfallprodukte fallen an.

Als innovativer Mischfutterproduzent arbeiten wir fieberhaft an der Entwicklung stickstoff- und phosphor-reduzierter Fütterungskonzepte. Diese modernen, hocheffektiven Futterkonzepte versorgen die Tiere leistungs- und bedarfsgerecht, reduzieren aber Belastung von Böden und Gewässern durch die Gülle (s. Abb.). Parallel dazu erforschen wir – ganz im Sinne einer nachhaltigen Futterentwicklung –, wie sich der Ausstoß von CO2 mithilfe entsprechend konzipierter Fütterungskonzepte reduzieren lässt. Hierfür arbeiten wir eng mit renommierten Instituten für Agrarwissenschaften und Tierernährung (z. B. Hochschule Osnabrück), globalen Unternehmen (z. B. BASF) und Branchenverbänden (z. B. DVT) zusammen.

Optimierung der Futterverwertung für weniger Abfallprodukte in der Landwirtschaft

Um die Verwertung der Futter weiter zu erhöhen, nutzen wir bei der Herstellung modernste Produktionsverfahren. Dabei nimmt unser patentiertes opticon®-Verfahren eine Schlüsselrolle ein. Der druckhydrothermische Aufschluss der Futterkomponenten maximiert die Aufnahme und Verdaulichkeit unserer Produkte im Magen-Darm-Trakt der Tiere. Der hohe Stoffwandlungsgrad, der durch die Verfahrenstechnik erreicht wird, erfolgt rein physikalisch ohne Verwendung von Zusatzstoffen. Mit Hilfe des opticon®-Verfahrens behandelte Futter werden vom Tier besser verwertet. Das schont die Umwelt durch weniger Protein in der Tagesration.

Grafik_Vorteile_N+P-reduzierte Fütterung

Unser unermüdliches Streben nach einem nachhaltigen, umweltverträglichen und klimaschonenden Wirtschaften ist eingefasst in einen Rahmen selbstgesteckter Verhaltensnormen. In unserem Verhaltenskodex („Code of Conduct“) ist Nachhaltigkeit als zentrales Leitmotiv für unser betriebliches Handeln vorgeschrieben.

Interdisziplinäres Team sorgt für noch mehr Nachhaltigkeit

Ein interdisziplinäres Team aus Mitarbeiter*innen verschiedener Abteilungen dient uns als Impulsgeber bei der Erarbeitung neuer Nachhaltigkeitsziele und Lösungsansätze. Doch bei unserem Bemühen um eine nachhaltige Herstellung agieren wir nicht allein: Durch Mitarbeit in verschiedenen Gremien (z. B. DVT, FEFAC, DLG, UFOP) diskutieren wir Nachhaltigkeitsthemen und -vorgaben mit unseren branchenübergreifenden Partnern in der ganzen Welt. Wir sind überzeugt davon, dass wir nachhaltige Lösungsansätze nur gemeinsam tragen können.

Gelebte Kultur der Vielfalt

Nachhaltigkeit ohne soziale Komponente fehlt es an Tiefe und Authentizität. Eine gelebte Kultur der Vielfalt ist daher ein wesentlicher Aspekt unserer Verantwortung. In unseren Werken und Büros arbeiten mehr als 700 Mitarbeiter*innen aus 14 Nationen (Stand 2020). Insbesondere liegt uns die Ausbildung neuer Fachkräfte in knapp einem halben Dutzend Berufen traditionell am Herzen. Mit knapp 10 Prozent besitzen wir eine überdurchschnittlich hohe Ausbildungsquote. In unserem abwechslungsreichen Ausbildungsprogramm verbinden sich Theorie und Praxis. Ziel ist stets, die Übernahme junger, motivierter Menschen in unsere „gelbe“ Familie.