Die Sauenhaltung hat sich in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt. Immer fruchtbarere Genetiken, gepaart mit stetigen Verbesserungen im Herdenmanagement, haben zu einer immensen Leistungssteigerung geführt. Doch können bewährte Futterkonzepte das volle Potenzial der Tiere häufig nicht voll entfalten. Die Anforderungen an moderne Hochleistungsfutter, die die Bedürfnisse der Sauen stillen und so zugleich einen Beitrag zum Wohlergehen von Sau und Ferkel leisten, sind ebenso vielfältig wie hoch.

Das vorwiegende Ziel in der Sauenhaltung ist zugleich ein schwieriger Spagat: Alle Ferkel mit einem möglichst hohen Gewicht absetzen. Untersuchungen zeigen, dass ein hohes Absetzgewicht die Leistung der gesamten Aufzucht verbessern kann (s. Abb.). Zugleich aber die Körperreserven der Sauen nicht zu stark beanspruchen. Um dies zu erreichen, gilt es, die Futteraufnahme der Sauen zu maximieren und so die Milchleistung der Tiere zu verbessern.

Ein hohes Absetzgewicht kann die Leistung des gesamten Wurfes verbessern. © Deutsche Tiernahrung Cremer

Mehr Milch und Energie durch Steigerung der Futteraufnahme

Eine Erhöhung der Futteraufnahme lässt sich beispielsweise durch eine beschleunigte Verdauung erzielen. Dabei muss die Sau das Futter nicht nur entsprechend schnell aufnehmen, sondern zugleich schnell verwerten. Dies lässt sich durch Zugabe dünndarmverdaulicher Aminosäuren bei gleichzeitiger Reduzierung des Rohproteingehalts im Futter erreichen. Ein niedrigerer Gehalt an Rohprotein besitzt beispielsweise positive Effekte auf die Ansäuerung des Futterbreis im Magen, was mit einer schnelleren aber gleichzeitig effektiveren Verdauung einhergeht.

Eine Möglichkeit die Milchmenge der Sau zu steigern, liegt in der Zulage der freien Aminosäure Valin. Untersuchungen ergaben, dass die Zulage dieser essenziellen Aminosäure einen positiven Einfluss auf die Futteraufnahme hat und damit einhergehend die Milchmenge steigert.

Optimale Kotkonsistenz und Stressreduktion erleichtern den Geburtsvorgang

Futter, die über keinen optimalen Fasermix verfügen, können den Geburtsvorgang der Sau unnötig erschweren. Ein exakt abgestimmtes Faserkonzept mit einem passgenauen Mix löslicher und unlöslicher Faserbestandteilen bietet hier viele Vorteile, die den Geburtsvorgang erleichtern:

  • Lösliche und quellfähige Anteile erleichtern den Kotabgang. Während der Geburt kann sich der Geburtskanal so besser ausdehnen, was den gesamten Geburtsvorgang für die Sauen erleichtert.
  • Unlöslichen Bestandteile im Futter regen die Darmperistaltik an. Das schützt den Dünndarmbereich vor einer Anflutung mit schädlichen Krankheitserregern (z.B. E.-Coli-Bakterien).

Die Bedeutung des Futterwechsels vom Trage- auf das Laktationsfutter wird in der Praxis oft unterschätzt und bildet manchmal gar einen neuralgischen Punkt. Verdauungsprobleme bei Sauen, die hierauf mitunter hochempfindlich reagierenden, lassen sich leicht vermeiden. Schweinehalter*innen sollten darauf achten, dass die Zusammensetzung ihrer Trage- und Laktationsfutter eng aufeinander abgestimmt ist. So verläuft der Futterwechsel für die Sauen reibungsloser und damit stressfreier.

Steigerung von Leistung und Wohlbefinden der Sauen

Schließlich können eine Reihe wirksamer, in der täglichen Fütterungspraxis bewährte Zusatzstoffe, dabei helfen, das Wohlbefinden und die Leistung der Sauen weiter zu verbessern.

  • So kann eine Zulage mittelkettiger Fettsäuren sinnvoll sein, die vorbeugend gegen grampositive Krankheitserreger wirken (z. B. Streptokokken oder Clostridien). Dies bietet zugleich einen indirekten Schutz der Ferkel, da sich so die Ausscheidung von Erregern über die Milch oder den Kot reduziert. Eine Reduzierung des Infektionsdrucks auf die Saugferkel ist die nützliche Folge.
  • Die Stressreduktion hat Auswirkungen darauf, wie reibungslos die Geburt verläuft. Bei Stress kommt es zu einer hohen Freisetzung von endogen gespeicherten Toxinen und von Keimen freigesetzten Endotoxinen. Eine hohe Endotoxinbelastung führt zu Entzündungen im Organismus, wie z.B. beim MMA-Komplex. Vor allem die sensiblen Bereiche Gebärmutter und Gesäuge sind bei der Sau im Zeitraum rund um die Geburt besonders anfällig. Im Futter enthaltene Endotoxinbinder können diese Toxine binden und diese somit ohne schädliche Auswirkungen aus dem Körper ausschleusen. Die Folge: Auch in Stresssituationen ist ein maximaler Schutz der Sau gewährleistet.

Das moderne deuka Digest Sauenfütterungskonzept

Das Digest-Konzept ist der Beitrag der deuka zu einer tiergerechten und leistungsoptimierten Sauenfütterung. Mit ihrem niedrigen Rohproteingehalt, der Valin-Zulage, dem ausgewogenen Fasermix sowie der Verwendung mittelkettiger Fettsäuren und stressreduzierender Endotoxinbinder, erfüllen die Futter des Digest-Konzeptes alle Anforderungen an ein modernes Sauenfutter. Der in den Futtern ebenfalls enthaltene Gastrovital-Komplex sorgt für eine erhöhte Effizienz und maximalen Schutz. So versorgt entfalten Ihre Sauen das volle Potenzial, geben mehr Milch und ermöglichen Ihren Saugferkeln einen optimalen Start ins Leben.

Die Futterkurve veranschaulicht den Einsatz zweier Futter des Digest-Konzeptes vor und nach dem Abferkeln. © Deutsche Tiernahrung Cremer

FAZIT

  • Immer fruchtbarere Genetiken haben in der Sauenhaltung zu einer Leistungssteigerung geführt. Bewährte Futterkonzepte können das volle Potenzial der Tiere jedoch oft nicht voll entfalten.
  • Ziel der Sauenfütterung ist es, alle Ferkel mit möglichst hohem Gewicht abzusetzen, zugleich aber die Körperreserven der Sauen nicht zu stark zu beanspruchen.
  • Fütterungskonzepte sollten idealerweise eine Valin-Zulage, einen passgenauen Mix löslicher und unlöslicher Faserbestandteilen sowie mittelkettige Fettsäuren und Endotoxinbinder beinhalten.
  • Im neuen Digest-Sauenfütterungskonzept verbinden sich alle Komponenten zu einem modernen Hochleistungsfutter.

Literatur zum Beitrag ist auf Anfrage erhältlich. Bitte schreiben Sie eine Mail an folgende Adresse: PM-Schwein@deutsche-tiernahrung.de