Rohstofflexikon

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Undegraded dietary protein (UDP)

Der Begriff „UDP“ (engl. undegraded dietary protein) kennzeichnet den Anteil des Rohproteins im Futter, der bei Wiederkäuern im Vormagen (Pansen) durch die Pansenmikroben nicht abgebaut wird und damit direkt als Proteinquelle im Dünndarm zur Verfügung steht. Dieser Teil des Futterproteins wird auch als „Durchflussprotein“ oder „pansenbeständiges Protein“ bezeichnet.

Der Anteil an UDP, also an „pansenbeständigem Protein in Relation zum Gesamtprotein“, kann in verschiedenen Futterkomponenten beträchtlich voneinander abweichen, Anteile von nur 5% bis zu über 30% sind in unbehandelten pflanzlichen Futtermitteln üblich.

Für eine bedarfsdeckende Versorgung der frischlaktierenden Kuh muss die Gesamtration einen UDP-Gehalt von etwa 35% des Gesamtproteins enthalten. Daher müssen silagereiche Rationen für Hochleistungskühe mit Proteinkomponenten aufgewertet werden, deren UDP-Anteil deutlich über 40% liegt. Mit den heute zur Verfügung stehenden üblichen Komponenten ist das nicht zu erreichen. Die Deutsche Tiernahrung Cremer hat daher das patentierte opticon-Verfahren entwickelt. Bei diesem physikalischen Behandlungsverfahren werden Proteinkomponenten druckhydrothermisch, also unter dem Einfluss der physikalischen Parameter Druck, Temperatur und Feuchte, behandelt und eine strukturelle Veränderung des Proteins erreicht. Eine solche Veränderung macht das Protein in einer bestimmten Zeiteinheit weniger angreifbar für die Pansenmikroorganismen, „schützt“ es also. Über diese Technologie wird bei Proteinträgern wie Soja- und Rapsextraktionsschrot ein UDP-Gehalt von über 50% des Gesamtproteins erreicht. Das Protein hat dabei nachweislich eine hohe Dünndarmverfügbarkeit.